Aktuelles aus unserer Werkstatt

Nach den ersten Probefahrten in 2009 und 2010 wurden einige Veränderungen nötig. Obwohl wir glaubten, nun sei das Boot bestens in Schuss, mussten wir auch in 2011 erkennen, dass es immer noch das eine oder andere zu verbessern oder zu ergänzen gab.



Wartungsarbeiten an der Maschine

Der ursprüngliche Kreuzkopf (im Hintergrund) war zwar noch nicht verschlissen, es zeigten sich aber bei genauerer Betrachtung Maßab- weichungen und Winkelfehler, die nicht berichtigt werden konnten. Als Folge wurde ein neuer Kreuzkopf angefertigt.

Die Bohrungen in der Pleuelstange verliefen nicht genau rechtwinklig zur Mittelachse des Bauteils. Zudem waren sie schon ein wenig unrund geworden, so dass hier nach Korrektur des Winkelfehlers Bronzebuchsen eingesetzt werden mussten.

Das Verfahren, die Kurbelwelle mit Loctite 648 zu kleben und zusätzlich mit 4 mm Spannstiften zu sichern, hat sich bewährt. Allerdings entdeckten wir bei der Wartung eine mangelhafte Klebestelle am Kurbelzapfen, die ausgebessert werden musste.


"Ihr braucht einen Kompass!"

Ob man in einem so kleinen Dampfboot wirklich einen Kompass benötigt? Bob war jedenfalls fest davon überzeugt. Als er das Boot zum ersten Mal auf diesen Seiten sah, war für ihn die Entscheidung gefallen:"You need a compass!"
Aber wo bringt man in einem so kleinen Boot mit einem großen Stahlkessel den Kompass unter? Wir überlegten und Bob hatte alsbald eine Lösung gefunden. "Ich baue Dir einen "Reverse-Kompass." Was auch immer er damit meinte, er war der Fachmann, also würde er wissen, was er tat.

Im September 2011 erhielten wir Post vom Zollamt, für uns läge ein Paket aus USA zur Abholung bereit. Inhalt: ein Geschenk - Der Kompass. Ein Zöllner kontrollierte die Sendung in unserer Anwesenheit und bemerkte dabei:"So ein Geschenk hätte ich wohl auch gern, aber schauen Sie hier, der zeigt ja falsch an, den schicken Sie besser gleich wieder zurück." Oh nein, der zeigt nicht falsch an, denn es ist ja ein Reverse-Kompass.

Bob hatte die Kompassrose um 180° gedreht eingebaut. Der Grund: Um den Kompass möglichst weit entfernt vom Kessel unterzubringen, blieb nur, ihn am hinteren Ende des Cockpits zu installieren. Heizer und Steuermann sitzen also vor dem Gerät. Blickt man nach achtern, schaut man auf die weiße Marke und was man dort abliest, ist die Richtung in die man fährt, auch wenn man dabei nach achtern schaut. Sehr speziell, wenn nicht sogar einmalig. Wir freuen uns jedenfalls sehr über dieses Geschenk von Bob.